Wir betrieben eine Fruchtfolge auf unserem Acker. Der Acker ist durch zwei sich in der Mitte kreuzende Wege in Viertel geteilt. Auf einem Viertel wachsen verschiedene Bohnen, dicke Bohnen im Frühjahr, später auch Stangenbohnen, Buschbohnen und Sojabohnen. Auf einem weiteren Viertel wachsen die Kürbisse, auf dem dritten Viertel Süßkartoffeln, Mangold, Kräuter und was sonst noch so anfällt. Auf dem letzten Viertel sind Südfrüchte, wie Zucchini, Physalis, Tomatillos, Auberginen und Freilandgurken. Jedes Jahr wird der Anbau dann im Uhrzeigersinn rotiert, so dass jede Feldfrucht nur alle vier Jahre an derselben Stelle vorbeikommt. Das verhindert, dass der Boden zu einseitig ausgelaugt wird und reduziert Krankheiten.
Unsere Kürbisse werden im April bei verschiedenen Gärtner:innen zu Hause ausgesät und geschützt im Warmen herangezogen. Zur Südfrüchte-ins-Freie-Feier werden sie dann mit den anderen Südfrüchten zusammen ausgepflanzt. Die Erde zwischen den Kürbissen decken wir mit Pappe ab, um Beikräuter und Wasserverdunstung zu unterdrücken.
Danach heißt es dann warten, bei extremer Trockenheit mal zu gießen und die jungen Kürbisse auf ein Brett oder einen flachene Stein zu legen, damit sie nicht faulen, vor allem bei viel Regen.
Anfang August sind die Pflanzen schon ziemlich groß und es sind erste Früchte zu sehen. Bis zur Ernte dauert es aber bis September, und die allerletzten Früchte holen wir dann Ende Oktober, je nach Witterung. Wenn man mit der Ernte wartet, bis die Fruchtansätze verholzt sind, sind Kürbisse auch gut lagerfähig. Nach der Ernte wird das Beet dann abgeräumt und über den winter abgedeckt, bis dann im Frühjahr die Bohnen ausgesät werden.
Mitte Mai, direkt nach dem Einpflanzen.
Ende Juli sind die Pflanzen schon deutlich größer.
Ende August. Lange dauert es nicht mehr.
Anfang Oktober sind die Pflanzen schon teilweise abgestorben.
Mitte November sind die Pflanzen dann abgestorben.
Das Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen hat gemeinsam mit dem NABU Köln zu einen Fotowettbewerb mit dem Thema „Gartenwildnis: Einheimische Arten vor der Haustür“ aufgerufen. Stolz können wir berichten, dass Marc Bissigkummer aus der Gartenwerkstadt Ehrenfeld den ersten Platz belegt hat. Sein Bild ziert das Cover des Naturkalenders 2026.
Diese Auszeichnung würdigt nicht nur das Bild, sondern auch die gezielte Förderung der Artenvielfalt in unserem Gemeinschaftsgarten.
Der Moment im Bild
Das Foto zeigt eine Frühlings-Pelzbiene im Anflug auf dunkles Lungenkraut. Die Flügel verschwimmen vor Bewegung, der lange Saugrüssel ist vorgestreckt, bereit zur Nektaraufnahme. Die Farben des Lungenkrauts, ein lebendiges Spiel aus rot, grün und violett, treffen auf die von der Sonne beleuchtete, dichte Behaarung der Pelzbiene.
Pelzbiene im Anflug auf Lungenkraut
Marc verbrachte viele Stunden im Vitalisgarten, um genau solche fliegenden Augenblicke festzuhalten; die Herausforderung lag immer im Timing und in der Beherrschung von Licht, Tiefenschärfe und Verschlusszeit, um die Wildbienen und Hummeln im Flug ablichten zu können.
Der Jury hat vor allem die Kombination aus einheimischer Wildbienen- und Pflanzenart, sowie die detailgenaue Abbildung der Biene gefallen.
Und im Abflug
Biologie hinter der Szene
Das dunkle Lungenkraut (Pulmonaria obscura) gehört zur Familie der Raublattgewächse und zeigt eine faszinierende Farbveränderung: Die Blüten erscheinen zunächst rötlich und färben sich später violett bis blau. Die Pflanze wächst gern im schattigen, feuchten Bereich und enthält Schleimstoffe und Gerbstoffe, die traditionell gegen Atemwegserkrankungen eingesetzt wurden. Die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) ist ein typischer Frühlingsbesucher und ist perfekt an das Sammeln von Blütenstaub angepasst. Sie zählt zu den frühesten Wildbienenarten des Jahres und fällt durch ihren kolibrigleichen Flug sowie die auffällig pelzige Erscheinung auf.
Vitalisgarten als Hotspot der Artenvielfalt
Unser Vitalisgarten ist kein Zufallsort für solche Begegnungen: gezielt naturbelassene Strukturen, einheimische Blühpflanzen und vielfältige Nistmöglichkeiten haben ihn zu einem echten Biotop für Stechimmen gemacht. Im laufenden Jahr wurden dort allein 89 Wildbienenarten vom NABU Köln nachgewiesen; insgesamt konnten 127 Stechimmenarten dokumentiert werden, darunter zahlreiche oligolektische Spezialisten, die auf bestimmte Pollenquellen angewiesen sind.
Schlusswort
Die Bilder der Wildbienen und Hummeln sind ein Plädoyer für urbanen Naturerhalt. Sie zeigen, wie viel Leben direkt vor unserer Haustür gedeiht, wenn wir ihm Raum geben. Der Naturkalender 2026, erzählt jeden Monat eine kleine Geschichte unserer lokalen Artenwelt und erinnert daran: Naturschutz beginnt im eigenen Garten. Der Kalender ist gegen Spende im Gut Leidenhausen erhältlich. Gratulation an Marc und an alle, die den Vitalisgarten mit Herz und Sachverstand pflegen.
Komme vorbei und erlebe selbst wie ein urbaner Garten zum Hotspot der Artenvielfalt wird!
wir melden uns nach dem Sommer und Herbst wieder, die uns unter anderem eine gute Apfel- und Kürbisernte brachten. Zu einigen Themen könnt ihr euch unten noch ausführlich informieren.
Darüber hinaus ist natürlich noch mehr passiert:
Was lange währt… Nach einigen Jahren stellten wir jetzt endlich unseren Schaukasten am Eingang des Vitalisgartens auf. Die schöne Gestaltung kommt bald auch noch!
Am Reformationstag bzw. Halloween bekamen wir von der Stadt Köln eine LKW-Ladung mit Holzschnitzeln geliefert. Mit vereinten Kräften verteilten wir den bereits dampfenden Haufen in verschiedene Ecken unseres Gemeinschaftsgartens.
Im Verein geht es zur Zeit darum, wichtige Aufgaben auf mehr Leute zu verteilen. Dazu werden wir uns im Gesamtvorstand Gedanken machen. Erfreulicherweise schafften wir es bereits, die Geschäftsordnung zu überarbeiten. Die Erfahrungen der letzten Jahre halfen uns, sinnvolle Anpassungen vorzunehmen. (kt & ve)
Tiere suchen ein Zuhause…: … auch bei uns in der Gartenwerkstadt. Im Frühjahr bauten wir ein Sandarium für Wildbienen und jetzt ging es für eine andere Tiergruppe weiter. Weiter lesen …
Große Artenvielfalt im Vitalisgarten: Wir fragten den NABU Köln, ob es möglich wäre, die vorkommenden Wildbienen-Arten des Vitalisgarten zu ermitteln. Das Ergebnis war überraschend. Weiter lesen …
Süße Früchte, leckerer Saft: unsere reiche Apfelernte: unsere reiche Apfelernte: Der Spätsommer hat uns reich beschenkt: Unsere Apfelbäume hingen dieses Jahr voll wie selten. Weiter lesen …
27.08.25 – Social Day im Vitalisgarten: Mit 20 Mitarbeitern hat uns die Firma Ogury im Rahmen ihres Social Days tatkräftig unterstützt. Hier ist ihr Bericht. Weiter lesen …
Wir brauchen
Interessenten/Hilfe für unsere vielen Aktivitäten:
Vitalisgarten ( Holz zum Heizen, Menschen für Gemüseanbau und Planung, Gartengestaltung)
Euren Bioabfall, allerdings nichts Gekochtes, kein Brot und keine Zitrusfrüchte.
Wer mag ,kann uns für unsere Aktivitäten etwas spenden: https://www.betterplace.org/p24432
… nicht nur über den WDR, sondern auch bei uns in der Gartenwerkstadt. Nachdem wir im Frühjahr mit dem Sandarium für Wildbienen einen guten Ort gebaut haben, ging es in den letzten Wochen für eine andere Tiergruppe weiter.
Ein Erdloch war noch vom Aushub für das Sandarium sozusagen vorrätig. Durch eine größere Schittaktion gab es reichlich Totholz und bald war die nächste Idee reif: einen Käferkeller anlegen.
In der untersten Schicht im Erdloch lagern jetzt größere Aststücke und Wurzeln, gefüllt mit Zweigen und altem für Mulche benutztes Stroh.Mehrere Baumstammstücke ragen am „Kopfende“ in die Höhe. Mit zahlreichen Bohrlöchern und vom Regen abgewandt sind sie eine gute Behausung, für Wildbienen. Diese nisten häufig in verlassenen Bohrlöchern von Käfern, aber so lange wollten wir sie nicht warten lassen. Gleichzeitig können natürlich auch Käfer weitere Bohrlöcher anlegen.
Bohrlöcher für Wildbienen
Im Erdloch aufgeschichtete Äste und Zweige
Dann hieß es : schnibbeln, schnibbeln, schnibbeln. Reichlich Zweigmaterial wurde gut zerkleinert. Zwei Bigpacks wurden voll. Die Einfassung der Erdgrube war einfach, unsere angemoderten Pilzbaumstücke ließen sich leicht umstellen und waren schon gut angefressen. So ist für jeden zweibeinigen Gast auch die Grube gut sichtbar. Schließlich wurde das kleingeschnittene Zweigmaterial gut aufgeschichtet, immer wieder etwas verdichtet oder mit Stroh gestopft.
Die fertige Käferburg
Das Ergebnis: eine neue Heimat für Käfer, andere Insekten sowie verschieden Pilzarten. In so einem Käferkeller kommen bis zu 1000 verschiedene Organismen vor! (Quellen: Farina Graßmann und Wikipedia) Viele Käfer sind auf zerfallendes Holz in unterschiedlichen Stadien und Dicken angewiesen, da sie dort ihre Eier legen. Die schlüpfenden Larven fressen sich dann durch das Holz und werden dabei immer größer. Viele Käfer verbringen den Großteil ihres Lebens als Engerlinge, die für uns sichtbare Käferform lebt viel kürzer. Der Hirschkäfer zum Beispiel, der auch auf Holz spezialisiert ist, verbringt je nach Temperatur bis zu acht Jahre im Larvenstadium, während die erwachsenen Käfer nach vier bis sechs Wochen sterben. Die meisten Käferarten in Europa benötigen allerdings ein Jahr, um ihren gesamten Lebenszyklus von der Larve bis zum Käfer zu durchleben
Anfang des Jahres trat die Gartenwerkstadt Ehrenfeld e.V. mit der Bitte an den NABU Köln heran, ob es nicht möglich wäre, die vorkommenden Wildbienen-Arten des von der Gartenwerkstadt betreuten Vitalisgarten zu ermitteln. Dieser Garten erhielt schon im Vorfeld von der Stadt Köln die Auszeichnung als Vielfaltsgarten.
Der Kontakt zu unserem NABU Arbeitskreis Entomologie wurde bald vermittelt. Zumal in dem AK mit Frank Hartfeld ein Spezialist für Stechimmen mitarbeitet, war schon nach einem ersten Besuch im März schnell die Zusage gegeben. Ohne eine von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Köln erteilte Ausnahmegenehmigung für den NABU AK wäre dies jedoch nicht umsetzbar gewesen, da Wildbienen generell unter Artenschutz stehen. Für die Bestimmung vieler Arten ist allerdings oftmals ein Einfangen und Untersuchung am Mikroskop unumgänglich. Einmal schon vor Ort, wurde auch nach anderen sogenannten Stechimmen geguckt, worunter – neben den Wildbienen – weitere Gruppen wie Grab-, Falten- oder Goldwespen fallen.
Das Ergebnis zum Jahresende kann sich aus Sicht des AK wohl sehen lassen: Allein 89 Wildbienenarten tummelten sich im Laufe des Jahres auf den Flächen des Vitalisgartens! Insgesamt wurden bis jetzt im 127 Stechimmenarten nachgewiesen, darunter allein noch weitere 19 Grabwespen-, 11 Faltenwespen- und 6 Goldwespen-Arten.
Einige Wildbienen aus unserem Garten. Alle Fotos von Frank Hartfeld
Grund hierfür sind sicherlich die vielfältigen Pflanzen- und Nistangebote auf dem Gelände. So sind viele einheimische Arten (Natternkopf, Resede, Zaunrübe, Ziest, Flockenblume, Disteln, Wilde Möhre…) vorhanden, deren Existenz in den Vitalisgärten sogar bewusst belassen bzw. gefördert wird. Neben den „üblichen“ Nisthilfen sichert auch die vorhandene und belassene Strukturvielfalt, dass sich die in Mehrheit im Boden nistenden Wildbienen anscheinend wohlfühlen.
In dieser Wildbienen-Liste finden sich allein 22 – also ¼ – an Arten, die für ihre Brut auf ganz spezielle Pollenquellen angewiesen sind. Solche Spezialisten nennt man auch oligolektische Arten. So fanden sich allein 4 Arten, die für ihre Brut auf Glockenblumen angewiesen sind. Eine dieser Wildbienen – die Braune Schuppensandbiene (Andrena curvungula) – galt bisher sogar als ausgestorben für Köln (letzter Fund für Köln war 1940)! In den letzten Jahren gab es jedoch schon Wiederfunde dieser Art aus dem Bonner Raum, so dass der Fund nicht ganz überraschend war. Dieser Zuzug nach Norden ist ein Phänomen, das sich bei den letzten Jahren für eine Reihe der wärmeliebenden Insekten feststellen lässt – bis hin zu Erstfunden für NRW. Und viele Stechimmenarten sind halt wärmeliebend.
Neben den Wildbienen wurden auch andere Verwandte der Stechimmen mit untersucht: So war ein weiterer besonderer Fund eine seltene, winzige Faltenwespe – die Königliche Rasenwespe (Leptochilusregulus). Sie ist ebenfalls ein Zuwanderer aus dem Süden (der Erstfund für Köln/NRW war erst in 2022).
Besonders erwähnenswert ist noch der Fund einer Grabwespe – der Nachweis des Auen-Fliegenjägers (Ectemnius fossorius). Es handelt sich wohl um einen Erstfund für NRW dieser auch im sonstigen Deutschland als extrem seltenen bewerteten Art! Diese Art ist kein typischer Zuwanderer.
Durch intensive Nachsuche im kommenden Jahr ließe sich sicherlich die Artenanzahl in der Liste nochmals etwas steigern – die Auszeichnung als Vielfaltsgarten dürfte aber auch jetzt schon untermauert sein.
Diese Woche krempelte unser Kölner Team die Ärmel hoch für einen Community-Tag in der Gartenwerkstatt Ehrenfeld e.V., einem inspirierenden urbanen Gartenprojekt, das sich der Schaffung eines natürlichen Lebensraums für Wildbienen und Insekten mitten in Köln verschrieben hat. Über 80 Wildbienenarten haben dort bereits ein Zuhause gefunden! Gemeinsam haben wir:
Verschiedene Ecken des Gartens aufgeräumt
Wildwuchs zurückgeschnitten und Unkraut (und sogar einige Bäume!) entfernt, um Platz für Wildblumen zu schaffen
Einen Baumstamm entlang eines Weges verlegt
Pferdemist transportiert und geschaufelt (ja, der glamouröse Teil der Gartenarbeit)
Trotz der Sommerhitze hatte das Team eine tolle Zeit, Seite an Seite zu arbeiten und ein Projekt zu unterstützen, das einen echten Unterschied für die Tierwelt in unserer Stadt macht. Wir kommen gerne wieder! Euer Ogury Team
Wir freuen uns auf jeden Fall auch sehr, dass Ogury dazu den Weg zu uns gefunden hat. Durch die tatkräftige Hilfe konnte sehr viel erledigt werden, was bei uns schon länger auf der To-Do-Liste schlummerte, außerdem schienen alle viel Spaß zu haben. Kommt gerne wieder!
Der Spätsommer hat uns reich beschenkt: Unsere Apfelbäume hingen dieses Jahr voll wie selten. Gemeinsam haben wir geerntet, Äpfel sortiert und am Ende die Früchte unserer Arbeit zu köstlichem Apfelsaft pressen lassen.
2025 war ein Fest für alle Apfel-Fans im Vitalisgarten. Sieben Apfelbäume – sogar neun, wenn wir die zwei kleinen unter dem Kirschbaum mitzählen – haben uns eine reiche Ernte beschert. Schon seit Juli landeten Fallobst und erste Äpfel einer besonders frühen Sorte in Kuchen, Mus, Gelee und Co. Jetzt stand das Abernten der restlichen Bäume an und ein Termin zum Saftpressen.
Von der Ernte zur Mosterei
Mit Leitern, Apfelpflückern und vielen helfenden Händen konnten wir die Bäume an einem sonnigen Spätsommertag vollständig abernten. Die geernteten Äpfel haben wir sorgfältig sortiert, denn nur Früchte ohne Faulstellen kamen für den Saft in Frage. Schon am folgenden Wochenende hatten wir einen Termin bei der mobilen Mosterei von „Most & Trester“ am Gut Baadenberg in Puhlheim.
Saftproduktion direkt vor Ort
Die Äpfel werden auf ein Förderband gegeben und ein letztes Mal kontrolliert.
Anschließend durchlaufen sie ein Wasserbad zur Reinigung.
In einer Ratzmühle werden sie zu Maische verarbeitet.
Die Maische kommt in die Presse und wird mit hohem Druck ausgepresst.
Der gefilterte Saft wird bei 78 Grad in großen Kesseln schonend pasteurisiert und anschließend in Bag-in-Box-Beutel abgefüllt.
Am Ende konnten wir uns über 40 Liter Apfelsaft zurück in den Garten bringen. 13 Beutel mit je 3 Litern werden uns über den Winter begleiten 🙂
Ein bunter Gartennachmittag mit Jungpflanzen, guter Laune und netten Menschen
Es ist eine lang gelebte Tradition: Jedes Jahr im Mai lädt die Gartenwerkstadt Ehrenfeld e.V. zur großen „Südfrüchte-ins-Freie“-Feier ein – und auch dieses Jahr ist es wieder so weit!
📅 Wann? Am 18. Mai 2025 ab 15:00 Uhr 📍 Wo? Im Vitalisgarten (Vitalisstraße 261, 50829 Köln-Vogelsang)
Was erwartet euch? Gemeinsam mit vielen anderen Gärtner*innen pflanzen wir unsere liebevoll vorgezogenen Jungpflanzen wie Chilis, Tomaten, Paprika, Auberginen, Süßkartoffeln, Kürbisse und Gurken in die Beete. Vorerfahrungen braucht ihr keine – alle sind willkommen!
Nach getaner Gartenarbeit lassen wir den Nachmittag entspannt ausklingen:
🥗 Es wird eine Mitbring-Party geben – wir freuen uns über kulinarische Beiträge zum Buffet, aber natürlich ist auch jede*r willkommen, der/die einfach so vorbeikommt.
🎯 Beim Dartspiel könnt ihr euch besser kennenlernen.
🌻 Und wer neugierig auf unseren Garten ist, kann bei einer Führung mehr über den Vitalisgarten und unsere Arbeit erfahren.
Kommt vorbei, macht mit und genießt mit uns einen wunderbaren Tag im Grünen! Wir freuen uns auf euch! 💚
Fingerdick und bis zu 10 Zentimeter lang – so präsentierten sich die Larven, die wir in unserem Kompost entdeckt haben. Die beeindruckenden Engerlinge des geschützten Nashornkäfers sind ein Hinweis auf eine hohe ökologische Wertigkeit unseres Gartens und wir freuen uns sehr!
Die Larve des Nashornkäfers in unserem Kompost
Nashornkäfer: Anspruchsvolle Gartenbewohner
Nashornkäfer-Weibchen wählen die Orte zur Eiablage sehr sorgfältig aus. Das ökologische Gleichgewicht muss im Lot und die Umgebung reich an Futtermaterial wie Zellulose und Totholz sein. Im Garten hat ein ruhig gelegener und gut gepflegter Kompost die besten Chancen. Dass wir gleich mehrere Larven in unserem Komposten gefunden haben, ist ein echtes Kompliment!
Kleine Helfer im Verborgenen
Die Larven des Nashornkäfers sind 8 bis 10 cm groß, weißlich bis cremfarben und mit einer braunen Kopfkapsel. Die Engerlinge entwickeln sich über drei bis fünf Jahre im Kompost. Sie ernähren sich ausschließlich von totem Pflanzenmaterial und Holzfasern – lebende Pflanzenwurzeln lassen sie in Ruhe. Damit leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Humusbildung und richten keinen Schaden an.
Nach der langen Entwicklung bleibt den erwachsenen Käfern nur wenig Zeit: Innerhalb von vier bis sechs Wochen müssen sie sich paaren und geeignete Orte für die Eiablage finden. Dabei legen die Weibchen größten Wert auf intakte, ruhige Lebensräume – wie unseren Komposthaufen. Das Gelege umfasst etwa 30 Eier und sind sich selbst überlassen. Die Wärme im Komposthaufen reicht dann für eine gute Entwicklung aus. Schon kurze Zeit nach der Paarung und Eiablage sterben die Nashornkäfer und der Zyklus beginnt mit dem Gelege von vorne.
Schutz für einen besonderen Käfer
In Deutschland steht der Nashornkäfer unter Schutz. Seine Larven und Käfer dürfen weder gefangen noch getötet werden. Auch ihr Lebensraum darf nicht zerstört werden. Umso mehr freuen wir uns, dass unser Garten ein Zuhause für diese faszinierenden Tiere bietet. Die Larven haben wir vorsichtig umgesetzt und hoffen, im Sommer vielleicht auch die imposanten, fertigen Käfer zu entdecken 🙂
Kommunikation kann ja immer mal etwas schwierig werden. In einem Garten, wie dem unseren, in dem es viele verschiedene Menschen mit vielen verschiedenen Prioritäten, unterschiedlichsten Wissensständen bezüglich gärtnerischer Tätigkeiten sowie der Planung gibt, ist das natürlich besonders ausgeprägt. Dazu kommt dann noch, dass natürlich nicht immer jeder da ist, sondern im Gegenteil häufig eine Person in einer Woche etwas macht und beim nächsten Gartentreff nicht dabei ist, um anderen zu sagen, was sie gemacht hat.
So ist es uns schon passiert, dass etwas angesät wurde, und die Sämlinge zwei Wochen später von eine:r wohlmeinenden Gärtner:in weggejätet wurde, oder dass wir plötzlich doch kein Saatgut dieser einen Pflanze hatten und so weiter.
Über die Jahre haben wir uns deshalb verschiedene Formenn der Kommunikation ausgedacht und umgesetzt, die jedes Jahr ein bisschen besser funktionieren und die nervigsten Malheure verhindern.
Am Anfang steht der Plan. Zu Beginn jeden Jahres überlegt sich die Pflanzgruppe, (bei der jeder mitmachen kann) was wann wo gepflanzt werden soll. Das wird dann – groß und in Farbe – ausgedruckt und dann kann jeder nachschauen und abhaken wenn etwas gemacht wurde. Neulinge werden dabei von der/dem Gastgeber:in unterstützt. (Jede Woche hat eine Gärtner:in als Gasgeberin den Hut auf hilft, alles zu koordinieren.)
Unsere Pinnwand mit dem Plan unten. Rechts ist der Anzuchtkalender und oben die Anzuchtplan
Wenn etwas ausgesät wird, wird es mit einem Schildchen markiert, und die einzelnen Reihen werden noch mit kleinen Stöcken markiert. Später dienen die Schildchen dann dazu, dass jeder weiß, welche Pflanze er oder sie gerade vor sich hat. Die Schilder s ind übrigens aus kaputten Pflanztöpfen und werden jedes Jahr wieder verwendet.
Mangold mit Aussatschild.
Für unsere Südfrüchte-ins-Freie-Feier markieren wir schon vorher, welche kleinen Pflanze wohin soll. Auch das hilft später beim identifizieren der einzelnen Sorten.
Nein, das ist kein Galgen. Das ist unser Tomatendach und die Pflanzen ranken später an den Fäden hoch. Die Sorten sind vorher beschriftet.
Nach dem Säen beziehungsweise Auspflanzen ist das Gießen erstmal sehr wichtig. Dafür hat Karin einmal unsere Gieß-mich-Fahne erfunden. Das ist ein kleiner Stock (meistens von einer Feuerwerksrakete, die liegen Anfang Januar überall in Köln herum) mit einem Stück weißen Stoffs, zum Beispiel von einem alten Bettuch. So markierte Pflanzen sind besonders durstig und dürfen nicht beim Gießen vergessen werden.
Gieß-mich-Fahne
Für die täglich anfallenden Arbeiten gibt es noch eine Magnettafel mit farbigen Schildern. Da stehen erstmal links die Aufgaben in einer Spalte “zu erledigen”. Jeder, der etwas davon erledigen möchte, nimmt ein Schild und schiebt es in die mittlere, “in Arbeit” Spalte. Wenn die Arbeit abgeschlossen ist, oder nicht anfällt, wird das Schild in die rechte Spalte verschoben.
Garten Scrum
Irgendwann wollen wir dann noch Saatgut von den Pflanzen nehmen. Das wird dann auch noch markiert, damit wir im nächsten Jahr wieder von vorne anfangen können. Und damit niemand versentlich zu reife Gurken oder Bohnen aberntet, die dann nicht mehr schmecken.
Nicht ernten!!
Natürlich gibt es trotzdem immer wieder Missverständnisse und Unklarheiten und gelegentlich ist jemand auch genervt. Das gehört einfach dazu. Aber hey, dazu können wir ja dann doch noch alle miteinander reden und am Ende klappt doch alles ganz gut.
Habt ihr auch Erfahrung mit Kommunikation in Gruppen? Schreibt uns gerne in den Kommentaren.