Vom Mikrokosmos unseres Gemeinschaftsgartens.
Gärtnern- das ist jetzt zum Frühjahr wieder etwas ganz Feines: draußen sein, in der Erde graben, mit allen Sinnen die erwachende Natur wahrnehmen, sich freuen an der Sonne, dem blauen Himmel, an den Blütenteppichen aus Primeln, Narzissen, Traubenhyazinthen, den Vögeln und Fröschen lauschen. Gerade uns Stadtmenschen, die wir im Garten einen Sinn für diese Schönheiten entwickelt haben, tut das alles besonders gut. Und dann kann man sich mit dem Gärtnern nach Herzenslust austoben: schneiden, jäten, graben, hacken, säen, wässern usw..
Aber die Gartenwerkstadt ist viel mehr als dieses gärtnerische Arbeiten bei Wind und Wetter. Es gibt so vieles, was hinter den Kulissen läuft, das sich ein Blick darauf mal lohnt.
Da ist zum Beispiel eine Gruppe am Start, die Jahr für Jahr die Bestellung der Beete plant, Arbeitsabläufe organisiert, Pflanz- und Saatpläne schreibt, die Anzucht vieler hundert kleiner Pflänzchen organisiert, über Sorten und Bodenverbesserung berät und passende Maßnahmen entscheidet, Standorte festlegt, Neues ausprobiert, Schädlingsbekämpfung überlegt, Düngepläne entwickelt. Und zu all der Planung gehört Recherche, Erfahrungsaustausch, Netzwerkaustausch.

Oder die Arbeit im Vorstand – das ist auch so eine Arbeit im Hintergrund, ohne die der Vordergrund nicht läuft. Da gilt es, Steuererklärungen auszufüllen, Vereinsrecht „auf dem Schirm“ zu haben, Datenschutzbestimmungen auf Stand zu bringen und zu halten. Die Finanzen wollen geregelt sein: Mitgliedsbeiträge einziehen, ein Konto führen und verwalten, Zuschüsse und Fördermittel beantragen, Ausgaben erstatten, Buchführung, Rechnungen sammeln und sortieren, Vereinspost bearbeiten und so weiter und so weiter. Neben dieser verwaltungstechnischen Seite gilt es auch, den Verein nach außen zu repräsentieren, also Ansprechpartner zu sein, Kontakte zu den Gremien der Stadt und des Bezirks zu pflegen, in den Ausschüssen der Stadt verortet zu sein und die Gartenwerkstadt auf den unterschiedlichen Ebenen in der kommunalen Politik sichtbar zu machen. Es gilt , an Ausschreibungen oder Wettbewerben teilzunehmen und im Netzwerk mit anderen Gemeinschaftsgärten zusammenzuarbeiten. Jede Menge Kommunikation, Kooperation, Absprachen sind da angesagt.

Der Bereich „Öffentlichkeitsarbeit“ ist auch so etwas Wichtiges: Texte verfassen, Fotos schießen, einen Gartenbrief für die Mitglieder und Interessierte herausgeben, in den sozialen Medien sich präsentieren, Mitglieder werben, Kontakte zu Naturschutzorganisationen vor Ort pflegen, mit anderen Vereinen im Kontakt stehen – all das will umgesetzt sein.
Aber auch auf der ganz praktischen Ebene gibt es jede Menge zu tun, bis es im Garten „läuft“. Wie oft beraten und entscheiden wir nach umfangreicher Recherche? Da gilt es, Saatgut, Gerätschaften, Material zur Bodenabdeckung, Kompost, Sand, Kies, Häcksel, Stroh oder Mist zu besorgen. Unser Anspruch dabei ist, nachhaltig und ressourcenschonend vorzugehen heißt: Bauern in der Nähe zu kontaktieren, städtische Stellen um Kooperation zu bitten, Werkzeug erst einmal zu reparieren zu versuchen, bevor etwas neu gekauft wird und …und … und
Es gibt viel im Hintergrund, was von Vielen fleißig und unermüdlich geleistet wird, damit es im Garten „läuft“. Mit der Zeit erst habe ich das alles in den Blick bekommen und gelernt, zu sehen und zu schätzen. Und das Beschriebene ist bestimmt noch nicht alles!






















