Südfrüchte-ins-Freie-Feier am 10.05.2026

Wie jedes Jahr wird auch dieses Jahr wieder unsere beliebte Südfrüchte-ins-Freie-Feier starten – und ihr seid herzlich eingeladen!

Seit Monaten wachsen kleine Pflänzchen auf verschiedenen Fensterbänken, Balkonen und Terassen in Anzuchtschalen, Gewächshäusern aus Plastikkisten und anderen Gefäßen vor sich hin und warten darauf, dauerhaft ins Freie ausgepflanzt zu werden. Am 10.05. etwa zu den Eisheiligen, ist es dann endlich so weit.

Bis dahin werden wir die Beete vorbereitet haben und für alle Pflanzen einen Platz bestimmt haben. Ab 14:00 Uhr werden wir die Pflanzen gemeinsam einpflanzen und den Tag anschließend – ab etwa 16:00 Uhr – mit einem schönen Buffet ausklingen lassen.

Wir haben dieses Jahr wieder etliche Pflanzen angezogen, alleine 62 Tomatenpflanzen, 16 Chilipflänzchen, 28 Paprika, 12 Kürbisse und 32 sonstige Pflanzen. Da sind dann Exoten wie Tomatillos (eine nahe Verwandte der Physalis) und Luffagurken (für Schwämme) oder “normales” Gemüse wie Zucchini und Auberginen dabei.

Ihr seht, da gibt es viel zu tun, also kommt vorbei und packt mit an! Bringt gerne etwas für das Buffet mit.

Interview zu unserem neuen Lasagnebeet

Karin und Iris sind Gärtnerinnen in unserem Gemeinschaftsgarten. Karin hatte einen Workshop über Lasagnebeete mitgemacht und vorgeschlagen, eines in unserem Garten für die Tomaten anzulegen.

I: Wir haben seit letztem Herbst ein Lasagnebeet im Garten. Was ist das denn überhaupt?

K: Ein Lasagnebeet ist ein Kompostbeet, in dem unterschiedliche Materialien direkt auf der Anbaufläche aufgeschichtet werden. Dadurch wird langfristig Humus aufgebaut, welcher einen guten Nährstoff- und Wasserhaushalt aufweist. Also eigentlich ist es ein Kompost, in den direkt eingepflanzt wird.

Aufbau eines Lasagnebeets nach Johanna Häger. Abbildung von der Permakultur Lernwerkstadt.

I: Welche Materialien sind das denn? Wie wird das gebaut?

K: Zuerst haben wir ca. 20 cm Erde ausgehoben und unsere Baugruppe hat eine Umrandung aus Holz gebaut. Dort hinein kamen dann die einzelnen Schichten. Diese sind 5-10 cm hoch. Die unterste Schicht kann auch aus schwer verottbarem Material oder Grünschnitt mit Samen bestehen, allerdings nur, wenn genug Hitze erzeugt wird, zum Beispiel durch die Verrottung von Dung. Der Aufbau ist in der Abbildung und in den Fotos zu sehen. Oben sollte es in der Mitte eine Mulde bilden, damit das Wasser dort einsickert.

I: Für welche Pflanzen eignet sich das?

K: Für Starkzehrer wie Kürbis, Zucchini, Kohl oder eben Tomaten. Die werden allerdings in ein Pflanzloch mit normaler Erde in das Lasagnebeet gepflanzt. Wenn sie größer werden, wachsen die Wurzeln dann in den nährstoffreichen Kompost.

I: Du hast vorgeschlagen, das anzulegen, warum? Was sind die Vorteile?

K: In den letzten Jahren sind die Tomaten oft ausgetrocknet obwohl wir häufig gegossen haben. Ich denke das lag daran, dass die Erde die Feuchtigkeit nicht genug hält. Der Humus sollte das verbessern.

I: Hat ein Lasagnebeet auch Nachteile?

K: Ja. Schnecken und Wühlmäuse lieben die Mulchschichten. Gegen die Wühlmäuse haben wir Knoblauch um das Beet herum angebaut.

I: Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie die Tomatenernte dieses Jahr ausfällt.

K: Wir werden berichten, wie die Tomaten gedeihen.

Gartenwerkstadt – Backstage

Vom Mikrokosmos unseres Gemeinschaftsgartens.

Gärtnern- das ist jetzt zum Frühjahr wieder etwas ganz Feines: draußen sein, in der Erde graben, mit allen Sinnen die erwachende Natur wahrnehmen, sich freuen an der Sonne, dem blauen Himmel, an den Blütenteppichen aus Primeln, Narzissen, Traubenhyazinthen, den Vögeln und Fröschen lauschen. Gerade uns Stadtmenschen, die wir im Garten einen Sinn für diese Schönheiten entwickelt haben, tut das alles besonders gut. Und dann kann man sich mit dem Gärtnern nach Herzenslust austoben: schneiden, jäten, graben, hacken, säen, wässern usw..

Aber die Gartenwerkstadt ist viel mehr als dieses gärtnerische Arbeiten bei Wind und Wetter. Es gibt so vieles, was hinter den Kulissen läuft, das sich ein Blick darauf mal lohnt.

Da ist zum Beispiel eine Gruppe am Start, die Jahr für Jahr die Bestellung der Beete plant, Arbeitsabläufe organisiert, Pflanz- und Saatpläne schreibt, die Anzucht vieler hundert kleiner Pflänzchen organisiert, über Sorten und Bodenverbesserung berät und passende Maßnahmen entscheidet, Standorte festlegt, Neues ausprobiert, Schädlingsbekämpfung überlegt, Düngepläne entwickelt. Und zu all der Planung gehört Recherche, Erfahrungsaustausch, Netzwerkaustausch.

Pflanzplanung für das laufende Jahr

Oder die Arbeit im Vorstand – das ist auch so eine Arbeit im Hintergrund, ohne die der Vordergrund nicht läuft. Da gilt es, Steuererklärungen auszufüllen, Vereinsrecht „auf dem Schirm“ zu haben, Datenschutzbestimmungen auf Stand zu bringen und zu halten. Die Finanzen wollen geregelt sein: Mitgliedsbeiträge einziehen, ein Konto führen und verwalten, Zuschüsse und Fördermittel beantragen, Ausgaben erstatten, Buchführung, Rechnungen sammeln und sortieren, Vereinspost bearbeiten und so weiter und so weiter. Neben dieser verwaltungstechnischen Seite gilt es auch, den Verein nach außen zu repräsentieren, also Ansprechpartner zu sein, Kontakte zu den Gremien der Stadt und des Bezirks zu pflegen, in den Ausschüssen der Stadt verortet zu sein und die Gartenwerkstadt auf den unterschiedlichen Ebenen in der kommunalen Politik sichtbar zu machen. Es gilt , an Ausschreibungen oder Wettbewerben teilzunehmen und im Netzwerk mit anderen Gemeinschaftsgärten zusammenzuarbeiten. Jede Menge Kommunikation, Kooperation, Absprachen sind da angesagt.

Planungstreffen im Garten

Der Bereich „Öffentlichkeitsarbeit“ ist auch so etwas Wichtiges: Texte verfassen, Fotos schießen, einen Gartenbrief für die Mitglieder und Interessierte herausgeben, in den sozialen Medien sich präsentieren, Mitglieder werben, Kontakte zu Naturschutzorganisationen vor Ort pflegen, mit anderen Vereinen im Kontakt stehen – all das will umgesetzt sein.

Aber auch auf der ganz praktischen Ebene gibt es jede Menge zu tun, bis es im Garten „läuft“. Wie oft beraten und entscheiden wir nach umfangreicher Recherche? Da gilt es, Saatgut, Gerätschaften, Material zur Bodenabdeckung, Kompost, Sand, Kies, Häcksel, Stroh oder Mist zu besorgen. Unser Anspruch dabei ist, nachhaltig und ressourcenschonend vorzugehen heißt: Bauern in der Nähe zu kontaktieren, städtische Stellen um Kooperation zu bitten, Werkzeug erst einmal zu reparieren zu versuchen, bevor etwas neu gekauft wird und …und … und

Es gibt viel im Hintergrund, was von Vielen fleißig und unermüdlich geleistet wird, damit es im Garten „läuft“. Mit der Zeit erst habe ich das alles in den Blick bekommen und gelernt, zu sehen und zu schätzen. Und das Beschriebene ist bestimmt noch nicht alles!

Saatgutfestival 2026 – 10 Jahre Saatgutfestival Köln

Eine Kooperationsveranstaltung des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN), des Netzwerks Gemeinschaftsgärten Köln, des Ernährungsrats Köln und der Kölner VHS.

Wir bleiben dran!

Was 2016 begann – und direkt mit dem 1. Platz beim Umweltpreis der Stadt Köln ausgezeichnet wurde – feiert 2026 ein beeindruckendes Jubiläum: Zehn Jahre Saatgutfestival Köln.

In diesem Jahrzehnt haben sich die Rahmenbedingungen für unsere Arbeit spürbar verschärft. Klimawandel, Hitzesommer, Starkregen, verschobene Jahreszeiten und ein fortschreitendes Artensterben stellen uns kontinuierlich vor neue Herausforderungen. Auch politisch wächst der Handlungsbedarf: Deregulierungsbestrebungen in der Gentechnik sowie ein Saatgutrecht, das große Konzerne begünstigt, bedrohen die Vielfalt unserer Kulturpflanzen.

Gerade deshalb ist es heute wichtiger denn je, dranzubleiben. Und genau dazu möchten wir mit dem Saatgutfestival 2026 beitragen.

Vielfalt entdecken, tauschen und erhalten

Das Festival bietet wie jedes Jahr die Möglichkeit, samenfestes Saatgut zu kaufen oder zu tauschen – darunter zahlreiche alte, regionale und seltene Sorten, die sonst kaum erhältlich sind. Gleichzeitig erhalten Besucher*innen praxisnahe Informationen rund um Sortenerhalt, Vermehrung und Aussaat.

Die vielfältigen Stände von Saatgutanbieter*innen, Gemeinschaftsgärten und NGOs laden zum Erfahrungsaustausch ein. Darüber hinaus sorgt ein abwechslungsreiches Begleitprogramm mit Vorträgen und Workshops für neue Perspektiven, Inspiration und konkrete Ansätze für die eigene Gartenpraxis – ob im Kleingarten, auf dem Balkon, im Hinterhof oder im öffentlichen Raum.

Denn eines gilt nach zehn Jahren mehr denn je: Vielfalt braucht Engagement. Auch in Zukunft.

Saatgutfestival

28.02.2026 von 10:00 -17:00 Uhr

VHS-Gebäude am Neumarkt, Cäcilienstr. 35, 50676 Köln

Anmeldung nicht erforderlich, Eintritt 2€

Programm: Flyer Saatgutfestival

Unser Kürbisbeet im Zeitraffer

Wir betreiben eine Fruchtfolge auf unserem Acker. Der Acker ist durch zwei sich in der Mitte kreuzende Wege in Viertel geteilt. Auf einem Viertel wachsen verschiedene Bohnen, dicke Bohnen im Frühjahr, später auch Stangenbohnen, Buschbohnen und Sojabohnen. Auf einem weiteren Viertel wachsen die Kürbisse, auf dem dritten Viertel Süßkartoffeln, Mangold, Kräuter und was sonst noch so anfällt. Auf dem letzten Viertel sind Südfrüchte, wie Zucchini, Physalis, Tomatillos, Auberginen und Freilandgurken. Jedes Jahr wird der Anbau dann im Uhrzeigersinn rotiert, so dass jede Feldfrucht nur alle vier Jahre an derselben Stelle vorbeikommt. Das verhindert, dass der Boden zu einseitig ausgelaugt wird und reduziert Krankheiten.

Unsere Kürbisse werden im April bei verschiedenen Gärtner:innen zu Hause ausgesät und geschützt im Warmen herangezogen. Zur Südfrüchte-ins-Freie-Feier werden sie dann mit den anderen Südfrüchten zusammen ausgepflanzt. Die Erde zwischen den Kürbissen decken wir mit Pappe ab, um Beikräuter und Wasserverdunstung zu unterdrücken.

Danach heißt es dann warten, bei extremer Trockenheit mal zu gießen und die jungen Kürbisse auf ein Brett oder einen flachene Stein zu legen, damit sie nicht faulen, vor allem bei viel Regen.

Anfang August sind die Pflanzen schon ziemlich groß und es sind erste Früchte zu sehen. Bis zur Ernte dauert es aber bis September, und die allerletzten Früchte holen wir dann Ende Oktober, je nach Witterung. Wenn man mit der Ernte wartet, bis die Fruchtansätze verholzt sind, sind Kürbisse auch gut lagerfähig. Nach der Ernte wird das Beet dann abgeräumt und über den winter abgedeckt, bis dann im Frühjahr die Bohnen ausgesät werden.

Vitalisgarten im Fokus: Wildbienen Foto aus dem Vitalisgarten gewinnt Fotowettbewerb

Gewinnerfoto und Auszeichnung

Das Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen hat gemeinsam mit dem NABU Köln zu einen Fotowettbewerb mit dem Thema „Gartenwildnis: Einheimische Arten vor der Haustür“ aufgerufen. Stolz können wir berichten, dass Marc Bissigkummer aus der Gartenwerkstadt Ehrenfeld den ersten Platz belegt hat. Sein Bild ziert das Cover des Naturkalenders 2026.

Diese Auszeichnung würdigt nicht nur das Bild, sondern auch die gezielte Förderung der Artenvielfalt in unserem Gemeinschaftsgarten.

Der Moment im Bild

Das Foto zeigt eine Frühlings-Pelzbiene im Anflug auf dunkles Lungenkraut. Die Flügel verschwimmen vor Bewegung, der lange Saugrüssel ist vorgestreckt, bereit zur Nektaraufnahme. Die Farben des Lungenkrauts, ein lebendiges Spiel aus rot, grün und violett, treffen auf die von der Sonne beleuchtete, dichte Behaarung der Pelzbiene.

Pelzbiene im Anflug auf Lungenkraut

Marc verbrachte viele Stunden im Vitalisgarten, um genau solche fliegenden Augenblicke festzuhalten; die Herausforderung lag immer im Timing und in der Beherrschung von Licht, Tiefenschärfe und Verschlusszeit, um die Wildbienen und Hummeln im Flug ablichten zu können.

Der Jury hat vor allem die Kombination aus einheimischer Wildbienen- und Pflanzenart, sowie die detailgenaue Abbildung der Biene gefallen.

Und im Abflug

Biologie hinter der Szene

Das dunkle Lungenkraut (Pulmonaria obscura) gehört zur Familie der Raublattgewächse und zeigt eine faszinierende Farbveränderung: Die Blüten erscheinen zunächst rötlich und färben sich später violett bis blau. Die Pflanze wächst gern im schattigen, feuchten Bereich und enthält Schleimstoffe und Gerbstoffe, die traditionell gegen Atemwegserkrankungen eingesetzt wurden. Die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) ist ein typischer Frühlingsbesucher und ist perfekt an das Sammeln von Blütenstaub angepasst. Sie zählt zu den frühesten Wildbienenarten des Jahres und fällt durch ihren kolibrigleichen Flug sowie die auffällig pelzige Erscheinung auf.

Vitalisgarten als Hotspot der Artenvielfalt

Unser Vitalisgarten ist kein Zufallsort für solche Begegnungen: gezielt naturbelassene Strukturen, einheimische Blühpflanzen und vielfältige Nistmöglichkeiten haben ihn zu einem echten Biotop für Stechimmen gemacht. Im laufenden Jahr wurden dort allein 89 Wildbienenarten vom NABU Köln nachgewiesen; insgesamt konnten 127 Stechimmenarten dokumentiert werden, darunter zahlreiche oligolektische Spezialisten, die auf bestimmte Pollenquellen angewiesen sind.

Schlusswort

Die Bilder der Wildbienen und Hummeln sind ein Plädoyer für urbanen Naturerhalt. Sie zeigen, wie viel Leben direkt vor unserer Haustür gedeiht, wenn wir ihm Raum geben. Der Naturkalender 2026, erzählt jeden Monat eine kleine Geschichte unserer lokalen Artenwelt und erinnert daran: Naturschutz beginnt im eigenen Garten. Der Kalender ist gegen Spende im Gut Leidenhausen erhältlich. Gratulation an Marc und an alle, die den Vitalisgarten mit Herz und Sachverstand pflegen.

Komme vorbei und erlebe selbst wie ein urbaner Garten zum Hotspot der Artenvielfalt wird!

CXVII. Gartenbrief November 2025

Liebe Gartenfreundinnen und – freunde,

wir melden uns nach dem Sommer und Herbst wieder, die uns unter anderem eine gute Apfel- und Kürbisernte brachten. Zu einigen Themen könnt ihr euch unten noch ausführlich informieren.

Darüber hinaus ist natürlich noch mehr passiert:

Was lange währt… Nach einigen Jahren stellten wir jetzt endlich unseren Schaukasten am Eingang des Vitalisgartens auf. Die schöne Gestaltung kommt bald auch noch!

Am Reformationstag bzw. Halloween bekamen wir von der Stadt Köln eine LKW-Ladung mit Holzschnitzeln geliefert. Mit vereinten Kräften verteilten wir den bereits dampfenden Haufen in verschiedene Ecken unseres Gemeinschaftsgartens.

Im Verein geht es zur Zeit darum, wichtige Aufgaben auf mehr Leute zu verteilen. Dazu werden wir uns im Gesamtvorstand Gedanken machen. Erfreulicherweise schafften wir es bereits, die Geschäftsordnung zu überarbeiten. Die Erfahrungen der letzten Jahre halfen uns, sinnvolle Anpassungen vorzunehmen. (kt & ve)

kaeferkeller Tiere suchen ein Zuhause…: … auch bei uns in der Gartenwerkstadt. Im Frühjahr bauten wir ein Sandarium für Wildbienen und jetzt ging es für eine andere Tiergruppe weiter. Weiter lesen …
Andrena_curvungula Große Artenvielfalt im Vitalisgarten: Wir fragten den NABU Köln, ob es möglich wäre, die vorkommenden Wildbienen-Arten des Vitalisgarten zu ermitteln. Das Ergebnis war überraschend. Weiter lesen …
apfelkiste Süße Früchte, leckerer Saft: unsere reiche Apfelernte: unsere reiche Apfelernte: Der Spätsommer hat uns reich beschenkt: Unsere Apfelbäume hingen dieses Jahr voll wie selten. Weiter lesen …
socialday 27.08.25 – Social Day im Vitalisgarten: Mit 20 Mitarbeitern hat uns die Firma Ogury im Rahmen ihres Social Days tatkräftig unterstützt. Hier ist ihr Bericht. Weiter lesen …

Wir brauchen

  • Interessenten/Hilfe für unsere vielen Aktivitäten:
    • Vitalisgarten ( Holz zum Heizen, Menschen für Gemüseanbau und Planung, Gartengestaltung)
  • Euren Bioabfall, allerdings nichts Gekochtes, kein Brot und keine Zitrusfrüchte.
    • Wer mag ,kann uns für unsere Aktivitäten etwas spenden: https://www.betterplace.org/p24432
      • Euch (als GärtnerInnen, HandwerkerInnen, WebentwicklerInnen, etc.)

      Termine

      Gartentreffen Unsere offiziellen Gartentreffen finden samstags ab 14 Uhr im Vitalisgarten statt.
      Schnuppergärtnern Das Schnuppergärtnern findet am zweiten Samstag im Monat ab 15 Uhr im Vitalisgarten statt.
      Planungstreffen Unsere Planungstreffen werden in der Regel am letzten Samstag im Monat abgehalten.

      Unsere Internetseite. www.gartenwerkstadt-ehrenfeld.de
      Betterplace. https://www.betterplace.org/p24432
      Instagram. www.instagram.com/gartenwerkstadt_ehrenfeld_ev
      Allgemeine Anfragen. info@gartenwerkstadt-ehrenfeld.de
      Abmeldung vom Gartenbrief. Meldet euch bei uns, falls ihr keine Emails mehr von uns erhalten möchtet. In dem Fall werden eure persönlichen Daten umgehend gelöscht. Schreibt einfach eine Email mit dem Betreff “Abmeldung” an gartenbrief@gartenwerkstadt-ehrenfeld.de

      Tiere suchen ein Zuhause…

      … nicht nur über den WDR, sondern auch bei uns in der Gartenwerkstadt. Nachdem wir im Frühjahr mit dem Sandarium für Wildbienen einen guten Ort gebaut haben, ging es in den letzten Wochen für eine andere Tiergruppe weiter.

      Ein Erdloch war noch vom Aushub für das Sandarium sozusagen vorrätig. Durch eine größere Schittaktion gab es reichlich Totholz und bald war die nächste Idee reif: einen Käferkeller anlegen.

      In der untersten Schicht im Erdloch lagern jetzt größere Aststücke und Wurzeln, gefüllt mit Zweigen und altem für Mulche benutztes Stroh.Mehrere Baumstammstücke ragen am „Kopfende“ in die Höhe. Mit zahlreichen Bohrlöchern und vom Regen abgewandt sind sie eine gute Behausung, für Wildbienen. Diese nisten häufig in verlassenen Bohrlöchern von Käfern, aber so lange wollten wir sie nicht warten lassen. Gleichzeitig können natürlich auch Käfer weitere Bohrlöcher anlegen.

      Dann hieß es : schnibbeln, schnibbeln, schnibbeln. Reichlich Zweigmaterial wurde gut zerkleinert. Zwei Bigpacks wurden voll. Die Einfassung der Erdgrube war einfach, unsere angemoderten Pilzbaumstücke ließen sich leicht umstellen und waren schon gut angefressen. So ist für jeden zweibeinigen Gast auch die Grube gut sichtbar. Schließlich wurde das kleingeschnittene Zweigmaterial gut aufgeschichtet, immer wieder etwas verdichtet oder mit Stroh gestopft.

      Die fertige Käferburg

      Das Ergebnis: eine neue Heimat für Käfer, andere Insekten sowie verschieden Pilzarten. In so einem Käferkeller kommen bis zu 1000 verschiedene Organismen vor! (Quellen: Farina Graßmann und Wikipedia) Viele Käfer sind auf zerfallendes Holz in unterschiedlichen Stadien und Dicken angewiesen, da sie dort ihre Eier legen. Die schlüpfenden Larven fressen sich dann durch das Holz und werden dabei immer größer. Viele Käfer verbringen den Großteil ihres Lebens als Engerlinge, die für uns sichtbare Käferform lebt viel kürzer. Der Hirschkäfer zum Beispiel, der auch auf Holz spezialisiert ist, verbringt je nach Temperatur bis zu acht Jahre im Larvenstadium, während die erwachsenen Käfer nach vier bis sechs Wochen sterben. Die meisten Käferarten in Europa benötigen allerdings ein Jahr, um ihren gesamten Lebenszyklus von der Larve bis zum Käfer zu durchleben

      Große Artenvielfalt im Vitalisgarten

      Anfang des Jahres trat die Gartenwerkstadt Ehrenfeld e.V. mit der Bitte an den NABU Köln heran, ob es nicht möglich wäre, die vorkommenden Wildbienen-Arten des von der Gartenwerkstadt betreuten Vitalisgarten zu ermitteln. Dieser Garten erhielt schon im Vorfeld von der Stadt Köln die Auszeichnung als Vielfaltsgarten.

      Der Kontakt zu unserem NABU Arbeitskreis Entomologie wurde bald vermittelt.
      Zumal in dem AK mit Frank Hartfeld ein Spezialist für Stechimmen mitarbeitet, war schon nach einem ersten Besuch im März schnell die Zusage gegeben.
      Ohne eine von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Köln erteilte Ausnahmegenehmigung für den NABU AK wäre dies jedoch nicht umsetzbar gewesen, da Wildbienen generell unter Artenschutz stehen. Für die Bestimmung vieler Arten ist allerdings oftmals ein Einfangen und Untersuchung am Mikroskop unumgänglich.
      Einmal schon vor Ort, wurde auch nach anderen sogenannten Stechimmen geguckt, worunter – neben den Wildbienen – weitere Gruppen wie Grab-, Falten- oder Goldwespen fallen.

      Das Ergebnis zum Jahresende kann sich aus Sicht des AK wohl sehen lassen:
      Allein 89 Wildbienenarten tummelten sich im Laufe des Jahres auf den Flächen des Vitalisgartens!
      Insgesamt wurden bis jetzt im 127 Stechimmenarten nachgewiesen, darunter allein noch weitere 19 Grabwespen-, 11 Faltenwespen- und 6 Goldwespen-Arten.


      Grund hierfür sind sicherlich die vielfältigen Pflanzen- und Nistangebote auf dem Gelände. So sind viele einheimische Arten (Natternkopf, Resede, Zaunrübe, Ziest, Flockenblume, Disteln, Wilde Möhre…) vorhanden, deren Existenz in den Vitalisgärten sogar bewusst belassen bzw. gefördert wird.
      Neben den „üblichen“ Nisthilfen sichert auch die vorhandene und belassene Strukturvielfalt, dass sich die in Mehrheit im Boden nistenden Wildbienen anscheinend wohlfühlen.

      In dieser Wildbienen-Liste finden sich allein 22 – also ¼ – an Arten, die für ihre Brut auf ganz spezielle Pollenquellen angewiesen sind. Solche Spezialisten nennt man auch oligolektische Arten.
      So fanden sich allein 4 Arten, die für ihre Brut auf Glockenblumen angewiesen sind.
      Eine dieser Wildbienen – die Braune Schuppensandbiene (Andrena curvungula) – galt bisher sogar als ausgestorben für Köln (letzter Fund für Köln war 1940)! In den letzten Jahren gab es jedoch schon Wiederfunde dieser Art aus dem Bonner Raum, so dass der Fund nicht ganz überraschend war.
      Dieser Zuzug nach Norden ist ein Phänomen, das sich bei den letzten Jahren für eine Reihe der wärmeliebenden Insekten feststellen lässt – bis hin zu Erstfunden für NRW.
      Und viele Stechimmenarten sind halt wärmeliebend.

      Braune Schuppensandbiene (Andrena curvungula) Foto: Thierry Heigold


      Neben den Wildbienen wurden auch andere Verwandte der Stechimmen mit untersucht:
      So war ein weiterer besonderer Fund eine seltene, winzige Faltenwespe – die Königliche Rasenwespe (Leptochilusregulus). Sie ist ebenfalls ein Zuwanderer aus dem Süden (der Erstfund für Köln/NRW war erst in 2022).

      Besonders erwähnenswert ist noch der Fund einer Grabwespe – der Nachweis des Auen-Fliegenjägers (Ectemnius fossorius). Es handelt sich wohl um einen Erstfund für NRW dieser auch im sonstigen Deutschland als extrem seltenen bewerteten Art! Diese Art ist kein typischer Zuwanderer.

      Durch intensive Nachsuche im kommenden Jahr ließe sich sicherlich die Artenanzahl in der Liste nochmals etwas steigern – die Auszeichnung als Vielfaltsgarten dürfte aber auch jetzt schon untermauert sein.

      Text: Frank Hartfeld vom NABU

      27.08.25 – Social Day im Vitalisgarten

      Diese Woche krempelte unser Kölner Team die Ärmel hoch für einen Community-Tag in der Gartenwerkstatt Ehrenfeld e.V., einem inspirierenden urbanen Gartenprojekt, das sich der Schaffung eines natürlichen Lebensraums für Wildbienen und Insekten mitten in Köln verschrieben hat. Über 80 Wildbienenarten haben dort bereits ein Zuhause gefunden! 
      Gemeinsam haben wir:

      • Verschiedene Ecken des Gartens aufgeräumt
      • Wildwuchs zurückgeschnitten und Unkraut (und sogar einige Bäume!) entfernt, um Platz für Wildblumen zu schaffen
      • Einen Baumstamm entlang eines Weges verlegt 
      • Pferdemist transportiert und geschaufelt (ja, der glamouröse Teil der Gartenarbeit)

      Trotz der Sommerhitze hatte das Team eine tolle Zeit, Seite an Seite zu arbeiten und ein Projekt zu unterstützen, das einen echten Unterschied für die Tierwelt in unserer Stadt macht. Wir kommen gerne wieder! 
      Euer Ogury Team

      Wir freuen uns auf jeden Fall auch sehr, dass Ogury dazu den Weg zu uns gefunden hat. Durch die tatkräftige Hilfe konnte sehr viel erledigt werden, was bei uns schon länger auf der To-Do-Liste schlummerte, außerdem schienen alle viel Spaß zu haben. Kommt gerne wieder!