Vorbereitungen für die Südfrüchte

Nach zwei Corona-Jahren erlebe ich in diesem Jahr erstmals die “Südfrüchte-ins-Freie-Feier” in der Gartenwerkstadt.Der umständliche Titel sagt ja eigentlich schon alles, und uneigentlich eben auch nicht.

Klar, es geht darum, dass die Pflanzen aus den südlichen Regionen nach den Eisheiligen ins Land gesetzt werden und dass wir das zum Anlass nehmen, ein kleines Fest zu feiern. Aber … es ist eben auch noch viel mehr.

Bis Tomaten, Chili, Auberginen, Zucchini, Paprika , Popcornmais und all die vielen anderen tollen Pflanzen raus ins Freie dürfen, passiert vieles im Vorfeld und im Hintergrund. Da ist erst einmal die sorgsame Anzucht auf den Fensterbänken in unser aller Wohnungen. Nicht jede Anzucht gelingt, manches wird zum zweiten Mal gesät, in der Hoffnung auf besseren Erfolg.

Und im Garten? Da heißt es,den Boden vorzubereiten.Nachdem die Pflanzgruppe geklärt hat, wohin welche Pflanzen gesetzt werden sollen, wird gehackt, gejätet, mit Kompost und/oder Pferdemist gedüngt, gewässert, abgedeckt, damit der Boden nicht gleich wieder mit Beikraut überwuchert ist. Einzelne Flächen werden mit Gründüngung vorbereitet und so mancher Schweißtropfen fließt beim Umgraben.

Ein nächster Vorbereitungsschritt erfordert geschickte Hände. Unter den Tomatendächern werden neue Wollfäden befestigt,die Sortennamensschilder angebracht. Bei Paprika und Chili heißt es, Kupferringe zur Schneckenabwehr blank zu polieren,damit die Glibbertierchen nichts abkriegen von unseren liebevoll aufgezogenen Jungpflanzen. In den Beeten werden Schilder mit den Sortennamen verteilt, damit wir später auch noch wissen, was wir essen und woraus wir neues Saatgut ziehen wollen.

Und dann geht es mit vereinten Kräften los: Pflanzlöcher graben, gut wässern, Tipps beachten und die Setzlinge auf ihre abenteurliche Reise in ihr Pflanzenleben schicken. Nach getaner Arbeit werden wir es uns gut gehen lassen und wenden uns dem gemütlichen Teil am Abend zu.

Frühling

Die düsteren Tage sind vorbei und weder Regen noch Kälte noch Schnee können uns hindern, in den Garten zu kommen. Es gibt viel zu tun und es war wunderbar , dass am letzten März-Sonntag soviele Helfer aus den anderen Gemeinschaftsgärten uns so toll unterstützt haben.

Pampasgras wurde der Garaus gemacht. Der Färbergarten bekam mit alten Holzbalken eine robuste Beeteinfassung. Der Radikalschnitt der Böschung an der Straße wurde aufgehübscht, indem der Müll beseitigt und die Sträucher zurecht geschnitten wurden. Ein größerer Bereich wurde gejätet, damit unsere ” Beinwellplantage” angelegt werden kann.Die Benjeshecke wurde erweitert. Ein munteres Treiben , geprägt von Vorbereitung, Pflegearbeit, Reparieren und erstes Pflanzen, wechselte mit dem Besuch am Buffet mit vielen leckeren Sachen und einer heiter-geselligen Stimmung und mancherlei Fachsimpeln.

Und der April? Er bescherte uns ein üppiges Blütenmeer, eine Farbenpracht vor wolkenlosem Himmel, ein vielseitiges Zwitschern aus allen Ecken im Garten . Und natürlich liefen die Pflanzvorbereitungen auf Hochtouren: die Pflanzgruppe berät, aktualisiert Anzuchtpläne, Aussatkalender, Einzelne listen die nötigen Arbeiten auf. Und wieder ist Samstag für Samstag so manche fleißige Hand dabei, Kompost oder Pferdeäpfel als Dünger unterzugraben, Gründünger umzugraben, Mairübchen, Radieschen, Bohnen, Erbsen, Salatezu säen oder Setzlinge von Kohlrabi auszubringen, den Schneckenzaun aufzubauen, das Tomatendach zu reinigen, neue Gerätschaften zu bestellen, die stark ausgedünnte Böschung zur Straßenseite aufzupeppen, Rasen zu mähen, die Wege zu pflegen, Beete vorzubereiten,die Bienenweide zu begutachten und so weiter.

Frühlingszeit – das ist schon eine recht intensive Arbeitszeit. Für mich ist es immer weider faszinierend, welch verschiedenartige Aufgaben anfallen, wie sehr alles ineinander greift und wie wir schon jetzt wieder Rharbarber, Salat, Mangold und die ersten Radieschen ernten können und unsere Mühen belohnt werden. Bald werden wir die ersten Erdbeeren naschen können und der Frühsommer mit seinen Spezialitäten wird uns begrüßen.

B.W.