Nashu,Nashi,Nasha – was wächst denn da?

Das ist ja ein wirklich seltsames Gebilde, das unser Vorgänger im Garten als Baum gesetzt hat. Es sieht aus wie ein Obstbaum, doch irgendwie ist er für Laien wie mich nicht einzuordnen. Mitte bis Ende August sind dann wunderschöne Früchte reif: kugelrund, vielleicht so groß wie ein Tennisball, gelb-grünlich mit einem zarten Adernetz überzogen.

Aber Äpfel scheinen es nicht zu sein. Schneidet man die Frucht auf, sieht man festes , fast weißes Fruchtfleisch und ein Kerngehäuse, das an Birnen erinnert.

Kerngehäuse

Und da kommen wir dem Rätsel auch schon auf die Spur. Die Nashi-Birne verbindet Merkmale zweier uralter Obstarten, den Apfel und die Birne. Seit über 7000 Jahren sind die Menschen dabei, Äpfel und Birnen zu ziehen . Und irgendwann im fernen Asien entstand diese Nashi-Birne, die mit ihrem süßen Birnengeschmack wirklich lecker ist. Die auch als Asienbirne bekannte Frucht fand ihren Weg nach Europa, in unsere Supermärkte und eben auch in unseren Garten.

Blattsalat mit Nashi-Birnen Walnüssen und Gorgonzola

Die ganzen Nashi-Birnen konnten wir auch mit vereinten Kräften nicht alle aufessen, also haben wir sie teilweise auch verarbeitet. So haben wir im Winter immer noch etwas davon.

Einfach lecker!

22. August 2022 Wie Stroh zu Gold wird

Nein, du hast dich nicht bei Rumpelstielzchen verirrt, das ja bekanntlich Stroh zu Gold spinnen kann. Doch manchmal können uns alltägliche und einfache Dinge märchenhafte Dienste erweisen.

So ist es uns an diesem Wochenende mit einem wunderbaren geschenkten Strohballen ergangen. Ganz einfach “gelangte ” er in unseren Garten und die Freude war groß.

Die lange Trockenheit macht auch unseren Beeten zu schaffen, ebenso der Wuchs von Beikräutern aller Art. Was haben wir im letzten Sommer geackert, um die Nutzpflanzen sichtbar zu halten. Sicher, der letzte Sommer war feuchter, der Wuchs vielleicht auch stärker. Doch wir sind in diesem Jahr auch anders vorgegangen.

Neben Grasschnitt und Laub kommt jetzt im heißen Sommer ein wahres Gold zum Einsatz: Stroh als Mulchmaterial. Es hält die Feuchtigkeit länger im Boden, schützt die Wurzel vor allzu direkter Sonne, hält unliebsame Tierchen fern und verhindert den starken Beikrautwuchs.

mit Stroh gemulchte Beete

… und das alles ohne Rumpelstielzchens mühsames Spinnen. Echt phantastisch.

Vorbereitungen für die Südfrüchte

Nach zwei Corona-Jahren erlebe ich in diesem Jahr erstmals die “Südfrüchte-ins-Freie-Feier” in der Gartenwerkstadt.Der umständliche Titel sagt ja eigentlich schon alles, und uneigentlich eben auch nicht.

Klar, es geht darum, dass die Pflanzen aus den südlichen Regionen nach den Eisheiligen ins Land gesetzt werden und dass wir das zum Anlass nehmen, ein kleines Fest zu feiern. Aber … es ist eben auch noch viel mehr.

Bis Tomaten, Chili, Auberginen, Zucchini, Paprika , Popcornmais und all die vielen anderen tollen Pflanzen raus ins Freie dürfen, passiert vieles im Vorfeld und im Hintergrund. Da ist erst einmal die sorgsame Anzucht auf den Fensterbänken in unser aller Wohnungen. Nicht jede Anzucht gelingt, manches wird zum zweiten Mal gesät, in der Hoffnung auf besseren Erfolg.

Und im Garten? Da heißt es,den Boden vorzubereiten.Nachdem die Pflanzgruppe geklärt hat, wohin welche Pflanzen gesetzt werden sollen, wird gehackt, gejätet, mit Kompost und/oder Pferdemist gedüngt, gewässert, abgedeckt, damit der Boden nicht gleich wieder mit Beikraut überwuchert ist. Einzelne Flächen werden mit Gründüngung vorbereitet und so mancher Schweißtropfen fließt beim Umgraben.

Ein nächster Vorbereitungsschritt erfordert geschickte Hände. Unter den Tomatendächern werden neue Wollfäden befestigt,die Sortennamensschilder angebracht. Bei Paprika und Chili heißt es, Kupferringe zur Schneckenabwehr blank zu polieren,damit die Glibbertierchen nichts abkriegen von unseren liebevoll aufgezogenen Jungpflanzen. In den Beeten werden Schilder mit den Sortennamen verteilt, damit wir später auch noch wissen, was wir essen und woraus wir neues Saatgut ziehen wollen.

Und dann geht es mit vereinten Kräften los: Pflanzlöcher graben, gut wässern, Tipps beachten und die Setzlinge auf ihre abenteurliche Reise in ihr Pflanzenleben schicken. Nach getaner Arbeit werden wir es uns gut gehen lassen und wenden uns dem gemütlichen Teil am Abend zu.

Frühling

Die düsteren Tage sind vorbei und weder Regen noch Kälte noch Schnee können uns hindern, in den Garten zu kommen. Es gibt viel zu tun und es war wunderbar , dass am letzten März-Sonntag soviele Helfer aus den anderen Gemeinschaftsgärten uns so toll unterstützt haben.

Pampasgras wurde der Garaus gemacht. Der Färbergarten bekam mit alten Holzbalken eine robuste Beeteinfassung. Der Radikalschnitt der Böschung an der Straße wurde aufgehübscht, indem der Müll beseitigt und die Sträucher zurecht geschnitten wurden. Ein größerer Bereich wurde gejätet, damit unsere ” Beinwellplantage” angelegt werden kann.Die Benjeshecke wurde erweitert. Ein munteres Treiben , geprägt von Vorbereitung, Pflegearbeit, Reparieren und erstes Pflanzen, wechselte mit dem Besuch am Buffet mit vielen leckeren Sachen und einer heiter-geselligen Stimmung und mancherlei Fachsimpeln.

Und der April? Er bescherte uns ein üppiges Blütenmeer, eine Farbenpracht vor wolkenlosem Himmel, ein vielseitiges Zwitschern aus allen Ecken im Garten . Und natürlich liefen die Pflanzvorbereitungen auf Hochtouren: die Pflanzgruppe berät, aktualisiert Anzuchtpläne, Aussatkalender, Einzelne listen die nötigen Arbeiten auf. Und wieder ist Samstag für Samstag so manche fleißige Hand dabei, Kompost oder Pferdeäpfel als Dünger unterzugraben, Gründünger umzugraben, Mairübchen, Radieschen, Bohnen, Erbsen, Salatezu säen oder Setzlinge von Kohlrabi auszubringen, den Schneckenzaun aufzubauen, das Tomatendach zu reinigen, neue Gerätschaften zu bestellen, die stark ausgedünnte Böschung zur Straßenseite aufzupeppen, Rasen zu mähen, die Wege zu pflegen, Beete vorzubereiten,die Bienenweide zu begutachten und so weiter.

Frühlingszeit – das ist schon eine recht intensive Arbeitszeit. Für mich ist es immer weider faszinierend, welch verschiedenartige Aufgaben anfallen, wie sehr alles ineinander greift und wie wir schon jetzt wieder Rharbarber, Salat, Mangold und die ersten Radieschen ernten können und unsere Mühen belohnt werden. Bald werden wir die ersten Erdbeeren naschen können und der Frühsommer mit seinen Spezialitäten wird uns begrüßen.

B.W.